Ob in sozialen Medien, Kochzeitschriften oder den Nachrichten – in den letzten Jahren ist das Bewusstsein für die Herkunft unserer Lebensmittel deutlich gestiegen. Immer mehr Menschen greifen bewusst zu regionalen und saisonalen Produkten statt zu weit gereisten Importen aus aller Welt.
Die Begriffe „saisonal“ und „regional“ werden dabei häufig gemeinsam genannt und scheinen eng miteinander verbunden zu sein. Doch was bedeuten sie eigentlich genau? Sind regionale Lebensmittel automatisch saisonal? Und kann ein Produkt saisonal sein, ohne aus der eigenen Region zu stammen?
In diesem Artikel schauen wir uns an, was hinter den beiden Begriffen steckt, welche Unterschiede es gibt und warum beide eine wichtige Rolle für eine bewusste Ernährung spielen.
Saisonal vs. regional - wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe „saisonal“ und „regional“ gewinnen im Zusammenhang mit nachhaltiger Ernährung zunehmend an Bedeutung. Viele Verbraucher:innen achten heute nicht nur auf Geschmack und Qualität, sondern auch auf die Herkunft und den Produktionszeitraum ihrer Lebensmittel. Obwohl die Begriffe häufig gemeinsam verwendet werden, beschreiben sie unterschiedliche Eigenschaften von Lebensmitteln. (vgl. BZfE, 2025, Verbraucherzentrale, 2025)
Was bedeutet saisonal?
Ein Lebensmittel gilt als saisonal, wenn es während seiner natürlichen Erntezeit verfügbar ist. Obst und Gemüse werden dabei entsprechend ihrer natürlichen Wachstumsbedingungen angebaut und geerntet. Dadurch orientiert sich ihr Angebot an den natürlichen Gegebenheiten der jeweiligen Jahreszeit (vgl. BZfE, 2025, Gesundheit.gv.at, 2026).
Welche Lebensmittel gerade Saison haben, hängt von der jeweiligen Jahreszeit ab. Während Spargel und Rhabarber typische Frühlingsboten sind, gehören Tomaten, Zucchini und Beerenobst vor allem zum Sommer. Im Herbst prägen Äpfel, Birnen, Kürbisse und viele Pilzarten das Angebot, während im Winter verschiedene Kohlarten und Lagergemüse dominieren (vgl. Zentrum der Gesundheit, 2026, Verbraucherzentrale, 2025).
Was bedeutet regional?
Regionalität beschreibt die geografische Herkunft eines Lebensmittels. Regionale Produkte stammen aus einer bestimmten Region und legen meist kürzere Transportwege bis zum Verbraucher zurück. Allerdings ist der Begriff „regional“ nicht eindeutig definiert und kann je nach Anbieter unterschiedlich ausgelegt werden. Regional kann sich somit von einzelnen Gemeinden, Gebieten bishin über Landesgrenzen hinweg erstrecken. (vgl. Verbraucherzentrale, 2025, BZfE, 2025)
Für mich bedeutet regional: so nahe an meinem Wohnort wie nur möglich. Denn der Kauf regionaler Lebensmittel unterstützt häufig landwirtschaftliche Betriebe in der Umgebung und stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe. Darüber hinaus können kürzere Transportwege zur Reduktion der Umweltbelastungen beitragen (vgl. Umweltbundesamt o.J.).
Saisonal und regional – die ideale Kombination
Besonders sinnvoll ist die Kombination aus saisonalen und regionalen Produkten beim Einkauf. Lebensmittel, die in der eigenen Region während ihrer natürlichen Erntezeit produziert werden, benötigen in der Regel weniger Aufwand für Transport, Lagerung und Anbau. Zudem gelangen sie häufig besonders frisch in den Handel (vgl. WWF Deutschland, 2023, BZfE, 2025).
Saisonale und regionale Produkte ermöglichen außerdem eine stärkere Orientierung an den natürlichen Rhythmen der Jahreszeiten. Dadurch entsteht im Laufe des Jahres eine abwechslungsreiche Ernährung mit einer großen Vielfalt an Obst- und Gemüsesorten (vgl. IN FORM, o. J., Gesundheit.gv.at, 2026).
Regional, aber nicht saisonal?
Nicht jedes regionale Produkt ist automatisch saisonal. Ein Apfel, der im Herbst geerntet und anschließend mehrere Monate gelagert wird, stammt zwar weiterhin aus der Region, befindet sich jedoch nicht mehr in seiner eigentlichen Erntezeit. Auch Gemüse aus beheizten Gewächshäusern kann regional produziert werden, entspricht jedoch nicht immer dem Gedanken einer natürlichen Saison (vgl. BZfE, 2025).
Saisonal, aber nicht regional?
Umgekehrt kann ein Lebensmittel saisonal, aber nicht regional sein. Bananen oder Mangos werden beispielsweise während ihrer natürlichen Wachstumsperiode geerntet, können jedoch aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht in Mitteleuropa angebaut werden und müssen importiert werden (vgl. WWF Österreich, o. J.; WWF Deutschland, 2023).
Saisonkalender für Obst, Beeren, Pilze & Gemüse
Saisonale Lebensmittel begleiten uns durch das gesamte Jahr – allerdings nicht alle zur gleichen Zeit. Jede Obst-, Gemüse- und Pilzsorte hat ihre eigene natürliche Wachstums- und Erntezeit. Deshalb verändert sich das regionale Angebot von Monat zu Monat. Während im Frühjahr beispielsweise Spargel, Radieschen und Rhabarber geerntet werden, dominieren im Sommer Beeren, Tomaten und Zucchini. Der Herbst bringt eine große Vielfalt an Äpfeln, Kürbissen und Pilzen mit sich, während im Winter vor allem Lagergemüse und verschiedene Kohlsorten Saison haben.
Um den Überblick über die jeweiligen Erntezeiten zu behalten, können Saisonkalender eine wertvolle Hilfe sein. Sie zeigen auf einen Blick, welche Lebensmittel zu welcher Jahreszeit frisch verfügbar sind und erleichtern so eine saisonale Einkaufsplanung. Die Saisonkalender des Zentrums der Gesundheit verdeutlichen anschaulich, wie vielfältig das Angebot an heimischem Obst, Gemüse und Pilzen im Laufe des Jahres ist und dass für jede Jahreszeit eine große Auswahl an saisonalen Lebensmitteln zur Verfügung steht (vgl. Zentrum der Gesundheit, 2026).
Bildquelle: Zentrum der Gesundheit, 2026
Bildquelle: Zentrum der Gesundheit, 2026
Fazit
Je mehr ich mich mit Lebensmitteln, ihrer Herkunft und ihrer Verarbeitung beschäftige, desto wichtiger werden für mich Regionalität und Saisonalität. Für mich bedeutet bewusste Ernährung nicht nur, auf die Zutaten selbst zu achten, sondern auch darauf, woher sie kommen und welchen Weg sie bis auf meinen Teller zurückgelegt haben.
Deshalb versuche ich, möglichst regional einzukaufen. Kurze Transportwege bedeuten oft frischere Lebensmittel und einen engeren Bezug zu den Menschen, die sie anbauen und produzieren. Ich schätze den Gedanken, dass Obst und Gemüse nicht erst tausende Kilometer reisen müssen, sondern möglichst zeitnah nach der Ernte auf dem Markt oder im Geschäft erhältlich sind
Genauso wichtig ist mir die Saisonalität. Die Natur gibt uns im Laufe des Jahres eine unglaubliche Vielfalt an Lebensmitteln und
ich finde, genau darin liegt ein großer Teil ihres Reizes. Erdbeeren im Frühsommer, Kürbis im Herbst oder frischer Spargel im Frühjahr – jede Jahreszeit bringt ihre eigenen Besonderheiten mit sich. Statt alles jederzeit verfügbar haben zu müssen, versuche ich bewusst mit den Jahreszeiten zu leben und meine Rezepte danach auszurichten.
Wenn möglich, greife ich außerdem zu Bio-Produkten. Für mich gehören Regionalität, Saisonalität und biologische Landwirtschaft zusammen. Sie stehen für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln, mit unserer Umwelt und mit den Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen.
Natürlich gelingt das nicht immer zu hundert Prozent. Doch jeder Einkauf ist eine neue Entscheidung. Und ich bin überzeugt, dass viele kleine bewusste Entscheidungen langfristig einen Unterschied machen können – für unsere Gesundheit, für die Landwirtschaft und für die Wertschätzung der Lebensmittel, die täglich auf unseren Tellern landen.
Bundeszentrum für Ernährung (2025): Saisonal einkaufen. Online verfügbar unter: https://www.bzfe.de/kueche-und-alltag/einkaufen/saisonal-einkaufen (abgerufen am 02.06.2026).
Bundeszentrum für Ernährung (2025): Regional einkaufen. Online verfügbar unter: https://www.bzfe.de/kueche-und-alltag/einkaufen/regional-einkaufen (abgerufen am 02.06.2026).
WWF Deutschland (2023): Regional und saisonal essen. Global denken. Online verfügbar unter: https://www.wwf.de/aktiv-werden/tipps-fuer-den-alltag/tipps-fuer-ernaehrung-und-einkauf/regional-und-saisonal-essen-global-denken (abgerufen am 02.06.2026).
WWF Österreich (o. J.): Regional und saisonal essen – aber warum? Online verfügbar unter: https://www.wwf.at/artikel/regional-und-saisonal-essen-aber-warum/ (abgerufen am 02.06.2026).
Gesundheit.gv.at (2026): Saisonkalender. Online verfügbar unter: https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/saisonkalender.html (abgerufen am 02.06.2026).
IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung (2026): Saisonal und regional einkaufen. Online verfügbar unter: https://www.in-form.de/ernaehrung/familien-und-berufstaetige/freizeit-und-alltag/saisonal-und-regional-einkaufen (abgerufen am 02.06.2026).
Umweltbundesamt (2026): Woher bekomme ich regionale und saisonale Lebensmittel? Online verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/umweltatlas/umwelt-landwirtschaft/mein-handeln/nachhaltige-ernaehrung/woher-bekomme-ich-regionale-saisonale-lebensmittel (abgerufen am 02.06.2026).
Verbraucherzentrale (2025): Saisonkalender: Obst und Gemüse frisch und regional einkaufen. Online verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/saisonkalender-obst-und-gemuese-frisch-und-regional-einkaufen-17229 (abgerufen am 02.06.2026).
Zentrum der Gesundheit (o. J.): Saisonkalender für Obst und Gemüse. Online verfügbar unter: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/ratgeber/ernaehrungsratgeber/saisonkalender-gemuese-obst-pilze (abgerufen am 02.06.2026).
Zentrum der Gesundheit (2026): Saisonkalender für Obst und Gemüse. Online verfügbar unter: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/ratgeber/ernaehrungsratgeber/saisonkalender-gemuese-obst-pilze (abgerufen am 02.06.2026).
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